Ein langer Wunsch geht in Erfüllung
Nach längerem Überlegen haben wir uns entschieden, Wachteln in unser erlebnispädagogisches Konzept aufzunehmen. Die kleinen Tiere bieten eine wunderbare Möglichkeit, Natur hautnah zu erleben und Entwicklungsprozesse unmittelbar zu beobachten.
Der erste Schritt war das Brüten der Eier. Eine spannende und zugleich sehr lehrreiche Zeit begann. Täglich kontrollierten wir sorgfältig die Bedingungen im Brutapparat – insbesondere Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Das regelmäßige Wenden der Eier erfolgte automatisch, sodass optimale Voraussetzungen für die Entwicklung der Küken geschaffen wurden.
Die Brutzeit von 16 Tagen erfordert Geduld und Aufmerksamkeit. Gleichzeitig ist es immer wieder faszinierend zu beobachten, wie sich in dieser vergleichsweise kurzen Zeit aus einem Ei ein lebendiges Küken entwickelt. Dieser natürliche Prozess vermittelt auf eindrucksvolle Weise, wie erstaunlich und wertvoll die Vorgänge in der Natur sind
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Am 5. März war es schließlich so weit: Die Eier wurden auf das Schlupfgitter gelegt – ein besonderer Moment im Brutprozess, denn nun weiß man, dass der große Augenblick nicht mehr lange auf sich warten lässt.
Zwischen dem 8. und 9. März begann schließlich das lang erwartete Schlüpfen. Die ersten Eierschalen knackten, und noch bevor die Küken vollständig geschlüpft waren, war bereits ihr leises Piepen zu hören. Die kleinen Stimmen wetteiferten miteinander, als wollten sie ankündigen, dass sie bald das Licht der Welt erblicken würden. Ein Moment, der unsere Herzen zum Schmelzen brachte.
In der Nacht zum 9. März schlüpfte schließlich der Großteil der Küken. Nach dem Schlüpfen bleiben die kleinen Wachtelküken zunächst im Brutraum, bis ihr Gefieder vollständig getrocknet ist. Erst danach werden sie behutsam umgesetzt, damit sie sich in ihrer neuen Umgebung weiterentwickeln können.

Das erste knacken der Schale

Findet ihr den kleinen Schnabel



1.Tag

Alles in allem sind wir mit dem Schlupf zufrieden. Natürlich hätten wir uns gefreut, wenn noch mehr Küken geschlüpft wären, doch auf solche natürlichen Prozesse hat man nicht immer Einfluss.
Bei zwei Küken stellten wir jedoch sogenannte Spreizbeinchen fest. Dabei rutschen die Beine beim Versuch aufzustehen nach rechts und links weg, sodass die kleinen Tiere eher auf dem Bauch liegen und sich rutschend fortbewegen, anstatt sicher stehen zu können.
Um den Küken zu helfen, entschieden wir uns für eine bewährte Methode: Die Beinchen wurden vorsichtig getapet, sodass sie in der richtigen Position bleiben. Dadurch konnten die Küken stabil stehen und Schritt für Schritt lernen, normal zu laufen. Leider hat es nur eines der beiden Küken geschafft. Das zweite fiel auch nach der Unterstützung immer wieder auf die Seite und konnte sich ohne Hilfe nicht aufrichten. Zudem zeigte es kaum Interesse an Futter und Wasser.
Nach sorgfältiger Abwägung entschieden wir uns daher, das Küken von seinem Leiden zu erlösen. Auch solche Entscheidungen gehören zur Verantwortung im Umgang mit Tieren. Sie haben keine eigene Stimme und sind in solchen Momenten auf unsere Fürsorge und unser verantwortungsvolles Handeln angewiesen.




2.Tag nach dem schlüpfen

Nur sieben Tage nach dem Schlupf lässt sich bereits eine deutliche Veränderung beobachten. Die Küken beginnen, ihr erstes Gefieder zu entwickeln und verlieren nach und nach ihren weichen, flauschigen Flaum. Aus den kleinen gelben Küken werden immer mehr kleine, weiß gefiederte Jungtiere.
Auch ihr Verhalten ist faszinierend zu beobachten. Die Küken sind äußerst neugierig und zutraulich. Sobald eine Hand in den Stall kommt, dauert es oft keine drei Sekunden, bis sich bereits zwei oder mehr Küken daraufgesetzt haben. Ihre Offenheit und ihr Entdeckerdrang machen es zu einem besonderen Erlebnis, ihre Entwicklung Tag für Tag mitzuerleben.

5. Tage nach dem Schlüpfen




7. Tag nach dem schlüpfen

